Nicolaus-Cusanus-Gymnasium Bonn
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Exkursion in die Ökologie der Vergangenheit

Zweihundert Kilometer südlich von Bonn: ein Maar-Diatrem-Vulkan mitten im Regenwald. Mitten im Regenwald? In Deutschland? Aber ja! Vor 47 Millionen Jahren herrschte auf dem heutigen Gebiet von Deutschland ein tropisches Klima.

Besuch der LK Biologie im Museum KönigDen versteinerten Zeugen aus dieser Zeit begegnen die beiden Biologie-Leistungskurse bei ihrem Raumtausch am Freitag, den 12.04.2013. Statt im Biologie-Raum befinden sie sich in der Sonderausstellung des Museum Königs zur Grube Messel.

Die ehemaligen Bewohner des Sees oder des umliegenden Regenwaldes sind hier in Form von Versteinerungen ausgestellt. Abgesunken im See sind deren Körper unter Sauerstoffabschluss und hohem Druck versteinert. Diese zu Stein gewordenen Skelette haben die typische zweidimensionale Form von Fossilien. Bei dem Gestein handelt es sich um ölhaltigen Schiefer, der viel Wasser enthält. Daher bedurfte es einer besonderen Präparationstechnik mit Kunstharz, damit die wertvollen Zeugen nicht zerreißen.

Die Ausstellung ist nach den Lebensräumen gegliedert: die Freiwasserzone ist dominiert von Krokodilen. Die versteinerten Skelette gleichen in ihrem Aussehen den heutigen Verwandten stark. Es handelt sich um eine Tiergruppe, die in den letzten 47 Mio. Jahren sich wenig verändert hat. Krokodile sind Klimazeiger für diesen Lebensraum. Ihr vermehrtes Auftreten lässt auf ein tropisches Klima in der Zeit schließen. Außerdem findet man Skelette von Schildkröten, Würgeschlangen und Fischen.

Foto 4 320Der Uferbereich der Messlergrube wurde von ibisähnlichen Vöglen bewohnt. Langbeinig wartete sie durch den Schlamm des Uferbereichs und stocherten dort mach Nahrung. Ein Beispiel für die ökologische Einnischung in der Vergangenheit.

Die Baumkronen wurden von uns heute noch bekannten Fledermäusen bewohnt. Auch hier handelt es sich um eine alte Tiergruppe. Röntgenuntersuchungen des Innenohrs haben ergeben, dass bei diesen Fledermäusen schon Echoortung möglich war.

Hingen entwickelte sich auf dem Boden des Regenwaldes eine neue Gruppe der Säugetiere: das Urpferd. Mikroskopische Untersuchungen der Mageninhalte zeigen, dass das Urpferd ein Allesfresser war, der sich von dem ernährte, was von den Bäumen fiel. Von den versteinerten Skeletten kann man noch weitere zahlreiche Entwicklungen im Vergleich zu den heutigen Pferden ablesen. Pferde sind demnach noch eine junge Tiergruppe im Vergleich zu den Fledermäusen und den Krokodilen.

Als Beleg für die angehende Primatenentwicklung gilt das Skelett eines Halbaffens in der Ausstellung. Die heutigen Primaten wie Menschenaffen und der Mensch existieren zu dieser Zeit noch nicht. Hingegen gab es Lebewesen wie Fingertiere und Ameisenbären in diesen Breitengraden.

Nach der Zeitreise zu den Bewohnern der Vergangenheit betrachtet vielleicht der eine oder andere die heutige Fauna und Flora mit anderen Augen.

(Text und Fotos: S. Kunze, T. Braun)